Eine wesentliche Voraussetzung für moderne, wirtschaftliche Reihen und Massenfertigung ist der Austauschbau. Bei dieser Fertigung werden Einzelteile und Baugruppen unabhängig voneinander so hergestellt, dass sie ohne jegliche Nacharbeit zusammengebaut oder ausgetauscht werden knnen.

Austauschbarkeit hat die folgenden Vorteile:
Bei der Fertigung ist die Bereitstellung von Anschlussteilen zur Anpassung nicht notwendig. Jedes Werkstück passt in die für den jeweiligen Arbeitsgang entwickelte Vorrichtung.
Einzelteile können von auswärts bezogen werden. Durch Hufung und Sondererfahrung werden sie billiger.
Beim Zusammenbau wird teure Anpassarbeit von Hand und damit die Verschlechterung der Abmessungen, Gestalt und Oberflächen des Erzeugnisses vermieden. Er kann deshalb reibungslos und wirtschaftlich in Fliessarbeit erfolgen.
Bei der Instandsetzung sind austauschbare Teile ohne weiteres als Ersatzteile einzubauen.
Die Güte der Erzeugnisse wird verbessert, weil die zulässigen Abweichungen beherrscht werden. Bei richtiger Tolerierung werden die Teile billiger.
Um die Austauschbarkeit zu sichern, passte man früher die Werkstücke so genannten Normallehren an. Da ein Mass nie genau eingehalten werden kann, hing letztlich die Art der Passung von Gefühl und Geschicklichkeit des Anwenders ab und war damit ziemlich unsicher sowie einer zahlenmässigen Festlegung unzugänglich. Nun zeigt sich in der Praxis, dass Mass und Form eines Werkstückes innerhalb gewisser Grenzen beliebig schwanken dürfen, ohne dass dadurch der Verwendungszweck beeinträchtigt wird. Statt möglichste Annäherung an ein bestimmtes Mass durch teures Anpassen zu erstreben, schreibt man zweckmässig für jedes Nennmass zwei Grenzmasse vor.